Log-Buch-Eintrag #8: Freitag 29. Juni 2018

ILLUSTRATIONSWORKSHOP ZU DEN SKIZZENTAGEN

"Eiszeit 2028 - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vom Kühlhaus"

28 Zeichner haben im Rahmen der Skizzentage eine Blick auf die Kühlhausvergangenheit geworfen aber auch neue Visionen gescribbelt. Artefakte im Eis wurden entdeckt und auch in Kühlhaushöhen hat man sich gewagt.

Log-Buch-Eintrag #7: Juni 2018

RIKE BAUT MODELLE

Unsere Freiraumgestalterin Rike macht’s sich in einer der zukünftigen Hostelgaragen gemütlich. Erste Modelle für die Spätere Nutzung werden erstellt.

Log-Buch-Eintrag #6: Donnerstag 08. Juni 2018

WISSENSAUSTAUSCH - KÜHLHAUS WIRTSCHAFT

Einen Abend sind wir ganz in die Kühlhaus Wirtschaft abgetaucht…

Wer rettet mit Premium-Cola die Welt?
Wie bringt man ein Kühlhaus zum Laufen?
Und was hat das mit kollektiven (Haus-)Wirtschaften zu tun?

Gregor May stellte das Premium-Betriebssystem vor und Roman Schwarz (Bergmeyster Unternehmensberatung) gab einen Einblick was junge Unternehmungen beim Wirtschaften beachten sollen. Zu guter Letzt stellte Remo Liebscher (ProRegio Sachsen eG) die Vorteile

Log-Buch-Eintrag #5: Freitag 24. Mai 2018

Julia Gabler, Danilo Kuscher

ZWISCHENPRÄSENTATION DER FREIRAUMGESTALTER

Julia Gabler
!Liebe Siri, lieber Andreas!
Ich sitze auf der Rampe des Kühlhauses und bin total von den Socken.
Heute hatten wir die Zwischenpräsi von 3 Freiraumgestalterinnen - Rike, Isa und Caro. Sie studieren Design und Landschaftsgestaltung und konzipieren Ideen für die weitere Entwicklung (Nachbargelände mit naturcamping, Garagenhostels, Begegnungsraum, Werkstätten und Ateliers) ganz feinfühlig im Kühlhausklima. Die schon vorhandenen - tiny places und tiny houses (wohn- und bauwagen) kombinieren sie mit entwürfen für tiny hostels und „komponieren“ tiny spaces aus dem Pflanzen-, Wege- und Sitzangebot um den opulenten Kühlhauskoloss.
Nachdem die drei ihre beeindruckenden Entwürfe am Modell und auf super detaillierten Karten erläutert haben, sind wir übers Gelände gezogen, haben hier und dort angehalten, die Grasinsel oder den Buschbestand bestaunt - was für eine herrlich haptische und sorgfältige Begutachtung. Dieser respektvolle und warmherzige Blick der Dreien hat mich sehr beeindruckt. Mit ihrer Sympathie für den Ort waren sie ganz professionell bei der Sache, als sie ihre Einschätzung der Bedingungen zur Entwicklung einer kühnen Landschaftsidee verwoben… Gewachsene Baumgrenzen, die Durchlässigkeit bieten, Sichtachsen unterstreichen und Engführungen nutzen, Pfadläufen folgen und Gefälledynamiken harmonisieren bis hin zu den Farninseln, die den besonderen Wildnischarakter hinterm Kühlhaus auszeichnen und zum Verweilen einladen, von wo aus man in Zukunft auf die Wildblumenwiesen um Julianes Bauwagen schauen könnte.
Danilo packt stolz die Entwürfe ein, um sie druckfrisch am nächsten Tag dem Doktor zu präsentieren.

Soll ich Euch was verraten: Als ich neulich den Kühlhaus-Bus irgendwo sah, hüpfte mein Herz vor Freude, so wie es das tut, wenn ich verliebt bin … genau so.

Ich hoffe, wir sehen uns bald hier - spätestens zur Jubiläumsfeier vom 7.-9. September, oder? Seid herzlich gegrüßt, von Julia"


Danilo Kuscher
"Bereits Ende Mai fand in unserer Kantine die erste Zwischenpräsentation der Arbeiten unserer drei Freiraumgestalterinnen statt. Ich bin immer noch völlig überwältigt, wie tief durchdacht und detailverliebt die Themen bearbeitet wurden. Wir haben uns riesig über die Ausarbeitungen gefreut, tolle Erkenntnisse gewonnen und völlig neue Perspektiven auch auch den eigenen bisherigen Wirkraum. Bisher handelte es sich hauptsächlich um die Bestandsaufnahme der vorliegenden Gelände- und Gebäudebedingungen. Jetzt sitzen unsere Freiraumgestalterinnen an der Ausarbeitung der Ideen und Konzepte. Wir sind gespannt, was uns bereits im Juli für Visionen erwarten, bevor im September bei unserem Jubiläumsfest dann erste handfeste Beispiele auf dem Gelände sichtbar werden."

Log-Buch-Eintrag #4: Montag 19. März 2018

Freiraumgestalterin Carola Handrianz (Dresden)

KREATIVE ZUKUNFTSVISIONEN

„Das Kühlhaus war mir bisher nur durch die Webseite bekannt. Nach der Geländeführung wurde mir bewusst, wie viel Potenzial das riesige Areal tatsächlich mit sich bringt. Zudem ist das Engagement der sympathischen und äußerst gastfreundlichen Kühlhäusler sehr beeindruckend. Mit ihren kreativen Zukunftsvisionen und ihrem Aktionismus haben sie mich direkt angesteckt. Der erste Eindruck hat sich nachhaltig in meinem Kopf verfestigt und eine Flut an Ideen und Visionen losgetreten. Ich freue mich sehr darauf, das Projekt mitgestalten zu dürfen! Den Beteiligten wünsche ich noch mehr aktive Unterstützer und einen regen Besucheransturm - den haben sie sich redlich verdient!“

Log-Buch-Eintrag #3: Mittwoch 14. März 2018

Freiraumgestalterin Rike Rehfelt (Berlin)

OFFENE ENDEN - EIN RÜCKBLICK

„Meine erste Geländebesichtigung war bereits im November und ich bin überrascht und begeistert, dass sich seit dem so viel getan hat. Der Zeltplatz wird plötzlich sehr greifbar und die entkernten Arbeiterwohnungen bieten auf einmal viele Möglichkeiten für Nutzungen und Experimente. Nach dem Geländegang war ich erneut gespannt darauf, wie es mit dem Kühlhaus weitergeht, etwas überwältigt von all den offenen Enden und dem damit verbunden Potenzial. Aus der großen Stadt kommend finde ich es faszinierend, einen Ort zu betreten, der in diesem weniger besiedelten Gebiet eine ganz andere Rolle spielt und eine andere Präsenz hat, als Kulturzentren im urbanen Raum. Diesen Raum zu haben und die Möglichkeiten ihn zu gestalten, ist eine vielseitige und spannende Aufgabe, vor der ich Respekt habe, auf die ich mich jedoch sehr freue!“

Log-Buch-Eintrag #2: Sonntag 11. März 2018

Julia Gabler

CELEBRATE GOOD TIMES - DA BLEIBT MIR DOCH GLATT DIE SPUCKE WEG!

Damit alle den Prozess der Ideenentwicklung für das Jahr in und ums Kühlhaus verfolgen und mitmachen können, finden 4 (Wissens-)Austauschformate statt.

Den ersten konntet ihr am 9.3. in der Kantine verfolgen.
Der Abend unter dem Motto „Celebrate good times“ war dem Moxxom gewidmet. Was mir versagt war auszusprechen an jenem Abend, soll wenigsten hier geschrieben werden:
Wenn ein paar verrückte Leute Jahr für Jahr ihren Jahresurlaub für den Aufbau eines 3-Tage-Festivals nehmen, dann ist das schon ziemlich imposant. Wenn dann aber auch noch ein crazy Filmmensch auf die wahnsinnige Idee kommt, einen Trailer mit 30-60 Protagonisten in aufwendiger Kostümierung und Maske zu drehen, dann bleibt einem schier die Spucke weg. Mir ging es jedenfalls so.
Und nachdem mindestens die Hälfte der Bekanntschaften im Kühlhaus immerfort das Festival erwähnten, wollte ich mit ihnen und all den unbekannten anderen Moxxom-Menschen bei Bier und Abendbrot zusammensitzen und den Anekdoten lauschen. Hier nahm - für die Geschichte des Kühlhauses - Vieles seinen Anfang und sein Ende und Wiederanfang und Umwandlung und sofort.

An diesem Abend gab es trotz kleiner technischer Probleme viele schöne Begegnungen und freudiges Wiedersehen. Und: Alle haben getanzt!


Zusammenhang stiften!

Erst vor ein paar Tagen habe ich ein Bild verstanden, das ich vor 4 Jahren auf der Rabryka gemacht habe und schon seit Jahren für ein Forschungsprojekt verwende, das sich mit den fehlenden, weil abgewanderten Frauen hier in der Region beschäftigt:

Alice - the missing link - Weild weibs… Danke Moxxom!

Log-Buch-Eintrag #1: Freitag 9. März 2018

Julia Gabler

VORFÜHLEN - FREIRAUMGESTALTER VOR ORT

FreiraumgestalterInnen aus nah und fern werfen im Kühlhaus ihre Fühler aus und tanken Kühlhaus-Spirit.
Aus Berlin kommt die Produkt-Designstudentin Rike in den nächsten Monaten öfter nach Görlitz. Sie überlegt, wie so ein Hostelzimmer im Garagenkomplex aussehen könnte und was für Gemeinschaftsorte auf dem neuen Außengelände Geselligkeit inspirieren.
Von der TU Dresden aus dem Studiengang Landschaftsarchitektur kommen Carola, Max und Isa um den Grünbestand in der Kühlhaus-Kolonie zu erforschen und Verwendungsideen zu entwickeln.
Nach unserem Rundgang am 9. März fasste ich ihre Perspektive so zusammen: Aha - Baum mit Schneeglöckchenkolonie! Was tun mit dem Baum im zukünftigen Atelierhaus? Und wie kriegen wir Blumen in die Plattenritzen vor den Garagen?

Freiraumtagebuch

Vorwort

Danilo Kuscher

Das Kühlhaus Projekt lief über acht Jahre lang hauptsächlich ehrenamtlich. Durch viel Engagement haben eine Menge verrückter Leute mit finanzieller Unterstützung des Eigentümers aus einer alten Industriebrache einen kulturellen Begegnungsort geschaffen und mit Leben gefüllt. Doch irgendwann schwinden die Kräfte, ändern sich Lebensentwürfe und es fehlt an der vielen Zeit, die nötig ist, um so ein riesiges Areal zu betreiben.
Daher zeichnete sich ab, dass es einen neuen Schritt mit Entwicklungsperspektiven geben muss, hin zu einer Tragfähigkeit, die es Menschen ermöglicht, auf dem Gelände nicht nur einen Platz für ihre Freizeitgestaltung zu finden, sondern auch berufliche Perspektiven zu haben.

Im Dezember 2016 kaufte der Eigentümer Hans van Leeuwen das benachbarte Grundstück für die Ergänzung des bestehenden Kühlhaus-Projekts dazu. Dadurch ergeben sich nun völlig neue Möglichkeiten, neben der ehrenamtlichen, kulturellen Betreibung auch eine touristische und kreativwirtschaftliche Nutzung zu etablieren, die das Gesamtprojekt weiterhin unabhängig von außen und zukunftssicher aufstellen soll.
Auf dem neu erworbenen Waldgrundstück wollen wir einen alternativen Campingplatz eröffnen und aus den angrenzenden 34 DDR-Garagen sollen Hostelwohnungen entstehen. Ehemalige Wohnbaracken (Containerbauweise) nutzen wir für Atelier- und Büroräume um und aus zwei alten Lagerhallen sollen Produktionsstätten für kreatives Handwerk werden.

Für die Konkretisierung dieser Entwicklungsperspektiven haben wir Freiraumgestalter gewonnen, deren Arbeiten, Erfahrungen und Begegnungen mit dem Projekt und den Kühlhäuslern in diesem Tagebuch festgehalten werden. Dabei werden Sie von Julia Gabler, Juliane Wedlich, Lorenz Kallenbach und mir begleitet und auch von uns werden sich die ein oder anderen Texte hier wiederfinden. Und nun viel Spaß beim lesen, schreiben und entwerfen.