Freiraumtagebuch

Vorwort

Danilo Kuscher

Das Kühlhaus Projekt lief über acht Jahre lang hauptsächlich ehrenamtlich. Durch viel Engagement haben eine Menge verrückter Leute mit finanzieller Unterstützung des Eigentümers aus einer alten Industriebrache einen kulturellen Begegnungsort geschaffen und mit Leben gefüllt. Doch irgendwann schwinden die Kräfte, ändern sich Lebensentwürfe und es fehlt an der vielen Zeit, die nötig ist, um so ein riesiges Areal zu betreiben.
Daher zeichnete sich ab, dass es einen neuen Schritt mit Entwicklungsperspektiven geben muss, hin zu einer Tragfähigkeit, die es Menschen ermöglicht, auf dem Gelände nicht nur einen Platz für ihre Freizeitgestaltung zu finden, sondern auch berufliche Perspektiven zu haben.

Im Dezember 2016 kaufte der Eigentümer Hans van Leeuwen das benachbarte Grundstück für die Ergänzung des bestehenden Kühlhaus-Projekts dazu. Dadurch ergeben sich nun völlig neue Möglichkeiten, neben der ehrenamtlichen, kulturellen Betreibung auch eine touristische und kreativwirtschaftliche Nutzung zu etablieren, die das Gesamtprojekt weiterhin unabhängig von außen und zukunftssicher aufstellen soll.
Auf dem neu erworbenen Waldgrundstück wollen wir einen alternativen Campingplatz eröffnen und aus den angrenzenden 34 DDR-Garagen sollen Hostelwohnungen entstehen. Ehemalige Wohnbaracken (Containerbauweise) nutzen wir für Atelier- und Büroräume um und aus zwei alten Lagerhallen sollen Produktionsstätten für kreatives Handwerk werden.

Für die Konkretisierung dieser Entwicklungsperspektiven haben wir Freiraumgestalter gewonnen, deren Arbeiten, Erfahrungen und Begegnungen mit dem Projekt und den Kühlhäuslern in diesem Tagebuch festgehalten werden. Dabei werden Sie von Julia Gabler, Juliane Wedlich, Lorenz Kallenbach und mir begleitet und auch von uns werden sich die ein oder anderen Texte hier wiederfinden. Und nun viel Spaß beim lesen, schreiben und entwerfen.